Dauertischtennis - Tischtennis

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Dauertischtennis

Archiv 1980 - 1989 > 1985

Eine Sensation....
.....lieferten die beiden damaligen Spitzenspieler der Tischtennisabteilung Schömberg, Uwe Geiger und Thomas Opiol. Sie konnten einen Eintrag in das Guinessbuch der Rekorde erreichen. Bitte unterhalb des Bildes weiterlesen.....

Weltrekord im Dauertischtennis
14.4. - 21.4.1985. Ein ganz normales Datum? Eine ganz normale Woche? Für die beiden frischgebackenen Weltrekordler Uwe Geiger und Thomas Opiol sowie für viele Schömberger sicherlich nicht, denn was für Probleme in diesen 7 Tagen zu bewältigen waren, hätten sich beide vorher sicherlich nicht träumen lassen. Nun, fangen wlr von vorne an:
Sonntag, den 14.04.1985, 9.00 Uhr.
Startschuss!
Die ersten Bälle wurden im Vereinsheim der Tischtennisabteilung gespielt, Geiger und Opiol spielten munter drauf los und schon wurden von den noch wenigen Zuschauern laut: “Die spielen ja viel zu schnell, wenn die so weitermachen, brechen die nach 2 Tagen zusammen. Nun, dies wurde in stundenlangem Training ausprobiert, welche Spielart für die beiden am besten sei. Man kam zu dcr Feststellung, dass das "laienhafte" Spielen viel mehr Konzentration und Kraft verbraucht als das flotte Spie! der beiden Rekordler.
Zwischendurch gab es das erste Essen (immer gut zubereitet) und den noch anfänglich wohlschmeckenden Eiweißdrink. Gegen 15 Uhr ging es dann hinauf in den Nebenraum, wo von jetzt an gespielt wurde. Der Sonntag ging dann relativ schnell vorbei und Geiger/Opiol spielten die erste Nacht durch.
Montag, den 15.4. 1985
Frühstück, Gott sei Dank, die ganze Nacht durchgespielt und nichts im Magen. Wie wohltuend war da der Geruch von frischem Kaffee, den jeden Morgen mitsamt Brot Frau Koruan zubereitete. Viel passierte auch an diesem Tag nicht, das Essen war gut, nur der Eiweißdrink wollte zumindest Uwe Geiger nicht mehr schmecken.
Zu sagen wäre noch, dass die Unterstützung der Bevöllkerung aus nah, und fern recht groß war, was den beiden Rekordlern das Spiel doch sehr erleichterte.
Dienstag, den 16.04.1985
Nach der zweiten durchspielten Nacht nahm der Tag zunachst einen normalen Verlauf. Thomas Opiol klagte über Fußschmerzen, aber das schien normal nach 2 Tagen auf Steinboden mit nur einer Teppichunterlage. Aber gegen Mittag passierte es dann, Opiol war plötzlich nicht mehr voll bei der Sache. Er wusste dies, kämpfte dagegen 2 Stunden lang an, aber es half nichts. Um 13.30 Uhr musste er wegen unertraglichen Fußschmerzen und nach 52 Stunden ohne Schlaf zu Boden. Dr. Bayer wurde verständigt und er ordnete eine Stunde Bettruhe an. Diese eine Stunde wirkte bei Thomas Opiol Wunder und er konnte mit Uwe Geiger, der ohnehin noch fit war, weiterspielen.
Am Abend ging es darin mit Armbrustschießen los, wo der “Wilhelm Tell von Schömberg” ermittelt wurde. Die Nacht wurde dann noch einmal hart, denn Geiger/Opiol hatten von 1.00 - 3.00 Uhr mit dem Schlaf hart zu kämpfen. Aber durch die Mitarbeit der noch verbliebenen Zuschauer sowie durch sehr laute Musik überwanden die beiden auch diesen Tiefpunkt. Dann ging es endlich ins Bett. Aber bevor sich Thomas Upiol zur Ruhe betten konnte, musste er noch einige Störungen abstellen. Zuerst wars ihm zu warrn, er öffnete das Fenster. Dann tropfte der Wasserhahn, den drehte er zu. Zu guter letzt fing Uwe Geiger auch noch an zu "brummeln”.
Mittwoch, den 17.04.1985
Das Aufstehen fiel den beiden relativ leicht und das Duschen sämtliche müden Glieder. Man wusste, dass der Mittwoch ein besonderer Tag werden sollte, denn erstens hat man die Halbzeit im Mammutrennen erreicht und zweitens hat sich das Fernsehen angeledet.
Gegen 11.00 Uhr war es dann soweit. Ein Kamerateam baute seine Geräte auf und filmte fast eine Stunde lang, wovon schließlich 2 Minuten im Fernsehen geteigt wurden.
Am Abend wurde dann im Armbrustschießen endgültig der Wilhelm Tell von Schömberg ermittelt. Zur selben Zelt fand im Vereinsraum der Tischtennisabteilung ein Dauertischtennisturnier statt. Diejenigen, die den weißen Ball am längsten im Spiel halten konnten, erwarteten schöne Sachpreise.
Donnerstag, den 19.04.1985
Toni Kerntler, Dr. Bayer und Kunibert Ordowsky, das waren wohl die 3 wichtigsten Personen, ohne deren freiwillige Hilfe der Weltrekordversuch wohl schiefgegangen wäre. Toni Kerntler,wegen seiner ganztägigen Betreuung, Dr Bayer wegen der ärztlichen Betreuung und Kunibert Ordowsky, der mit seinen sagenhaften Massagekünsten bei Geiger/Opiol wahre Wunder vollbrachte, waren einfach unentbehrlich! Am Abend war der Nebenraum zum ersten Mal überfüllt und Geiger/Opiol konnten sich dann auch nicht mehr zurückhalten und zeigten den Zuschauern einige schöne Ballwechsel. Unten im Vereinsraum fand ein Dartturnier statt, wo man sich in Treffsicherheit üben konnte.
Freitag, den 19. 04.1985
9.00 Uhr morgens. Jetzt waren 120 Stunden gespielt. Nur noch 48 Stunden bis zum Weltrekord. 48 Stunden, die die schlimmsten werden sollten, denn man spürte langsam jeden Knochen im Körper, Schwindelgefühle und Kreislaufbeschwerden, Blasen an Händen und Füßen, Zerrungen traten doch nun verstärkt auf. Die Wetterverhaltnisse waren am Freitag freundlicher, so dass Geiger/Opiol fur 2 Stunden an der frischen Luft spielten. Lange Ballwechsel gab es zwar nicht -der Wind war einfach zu stark- aber frische Luft tat den beiden gut. Wie schon am Donnerstag war das Sportheim voll besetzt. Mancher hielt bis um 3.00 Uhr morgens aus, um Geiger/Opiol die schwierige Zeit zwischen 1.00 Uhr und 3.00 Uhr morgens so leicht wie möglich zu machen.
Samstag, den 20.04.1985 bis Sonntag, den 21.04.1985
Um 4.45 Uhr waren Geiger/Opiol wieder auf den Beinen, gerüstet zum Endspurt.
Wie üblich kam um 7.00 Uhr das Frühstück und beide sahen dem letzten Tag und der letzten Nacht recht positiv entgegen. Geiger wollte aber an diesem Morgen nicht so recht wach werden. Tapfer kämpfte er gegen die Müdigkeit bis zum Mittag an, doch musste Dr. Bayer eine Schlafstunde anordnen.
Nach einer Stunde weckte Toni Kertler Uwe Geiger, wieso nur ihn?Was war mit seinem Partner? Der hatte kein Auge zugetan. Kaum zu glauben nach 6 Tagen und nur rund 10 Stunden Schlaf. Am Nachmittag gingen sie dann nach draußen. Dort kam die Idee auf, dass beide doch mal gegeneinander ein Spiel machen sollten. Vorher wurden Wetten angenommen, wer der Stärkere sei. Der Erlös kam der Aktion Sorgenkind zugute. Dies machten Geiger/Opiol 2-mal und so waren ruck, zuck 3 Stunden vorbei.
Der Abend und die Nacht wurden dramatisch. 6 Tage zeigte Geiger kaum Schwächen. Er stand wie eine Eins. Ausgerechnet am letzten Tag hatte er seinen Tiefpunkt. Betreuer, Arzt und Masseur blieben die ganze Nacht bei den beiden, um im Notfall eingreifen zu können. Zeitweise war Uwe Geiger völlig abwesend und man machte sich doch große Sorgen um ihn. Der Abbruch schien unvermeidbar, 8 Stunden vor dem Sieg. Vieler Leute Meinung nach forderte man den Abbruch, doch Dr. Bayer ordnete eine 30-minütige Pause an, in der er fachmännisch tätig war. Durch den eisernen Willen von beiden stand man dann doch wieder an der Platte und die Rekordjagd ging weiter. Noch nachzutragen wäre, dass Dr. Bayer keinerlei Spritzen verabreichte, was doch viele glaubten. Um 1.00 Uhr nachts ging es dann dick verpackt nach draußen, wo dann beide wieder munter wurden. Draußen sorgte Geiger 3 Stunden lang für Stimmung, woran auch Günter Steidle beteiligt war. Um 4.00 Uhr ging es dann zum letzten Mal ins Bett. Opiol, der nach eigenen Worten seinen besten Tag hinter sich hatte, wirkte plötzlich niedergeschlagen. Ihm machte der Zigaretterauch unter dem Vordach draußen vor dem Sportheim zu schaffen. Die letzte halbe Stunde Schlaf lag vor den beiden. Dr. Bayer wandte 3 Schlafformeln an, die bei Uwe Geiger sofort wirkten, doch Thornas Opiol war nicht mehr zu beruhigen. Gegen 6 Uhr morgens war auch er wieder fit. Danach folgte wohl das Eindruckvollste in den ganzen 7 Tagen.
Zuschauer noch und noch. Anfeuerungsrufe und Beifall sorgten für ein Tollhaus. Gegen 8.03 Uhr war es dann soweit. Die letzte.Sekunden wurden gezählt und bei 0 warfen die nun frisch gebackenen Weltrekordler die Schläger in die Höhe. Jubelschreie brachen aus und Geiger/Opiol nahmen zahlreiche herzliche Umarmungen entgegen. Aber noch war es ja nicht vorbei, man wollte ja genau 7 Tage spielen, also bis 9 00 Uhr. Die letzte Stunde wurde überbrückt mit der Jugendkapelle aus Schomberg, mit einer Ballversteigerung, der natürlich die Unterschrift der beiden Weltrekordler besaß und mit einem Geldregen, dessen Münzen auf die Tischtennisplatten donnerten. Punkt 9.00 Uhr war dann endgültig Schluss. Beide Weltrekordler konnten sich kaum vor Glückwünschen und Autogrammwünschen retten. Der Schömberger Bürgermeister Waizenegger geglückwünschten die beiden zu der großartigen Leistung und als Anerkennung erhielten die beiden ein Buch über den ZAK und das Schömberger Wappen.. Glückwünsche kamen auch von dem Vorstand der TG, Hubertus Kalk, der sagte: "Schömberg ist stolz auf seine Weltrekordler”.
Das letzte Wort hatte Uwe Geiger, der sich bei allen bedankte, die zum Gelingen des Weltrekordes beigetragen haben, in welcher Form auch immer.
Ergebnisse der einzelnen Wettbewerbe:
Armbrustschießen: 1. Peter Wuhrer, 2. Stefan Gondoch
Dauertischtennis: 1. T. Steidle mit Lindner und 2. G. Steidle mit Besenfelder
Dartturnier: 1. Kiene, 2. Bernd Koruun

 
 
 
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